Gebrauchtwagen ankaufen - So gehen sie kein Risiko ein

Unfallwagen ankaufen

Beim Ankauf eines Gebrauchtwagens gibt es einige Dinge die zu beachten sind. Die Gefahr über den Tisch gezogen zu werden gibt vielen beim Gebrauchtwagenankauf ein ungutes Gefühl. Niemand möchte viel Geld für ein Fahrzeug mit eventuell versteckten Mängeln bezahlen. Wie Sie sicher gehen, dass Ihnen kein Unfallwagen untergejubelt wird, erfahren Sie hier. 

Ab wann gilt ein Fahrzeug als Unfallauto?

Die meisten Autos weisen nach regelmäßiger und jahrelanger Nutzung kleine Macken und Kratzer auf. Dadurch ist Ihr Wagen jedoch noch lange kein Unfallwagen. Offiziell spricht man dann von einem Unfallfahrzeug, wenn die Höhe des Schadens über 200 Euro beträgt.

 

Als Verkäufer ist man zwar erst ab einer Schadenshöhe von 1.500 Euro dazu verpflichtet, den Interessenten auf den Schaden aufmerksam zu machen, jedoch ist man auf der sicheren Seite, wenn alle Schäden dokumentiert und dem Käufer vorgelegt werden. Auch wenn alle Schäden fachgerecht repariert wurden, ist der Wert des Autos letztendlich gemindert. Daher ist es wichtig, verschiedene Schätzungen über den Restwert des Fahrzeuges einzuholen, damit der Verkaufspreis nicht unter oder über dem eigentlichen Wert liegt. Davon können Verkäufer, wie auch der Käufer profitieren. 

Indizien für einen Unfallwagen

Äußere Schäden

Schon beim ersten Blick auf einen Gebrauchtwagen, lassen sich kleine Makel feststellen. Das häufigste Indiz für einen Unfall sind Kratzer im Lack oder ungleichmäßig farbige Flächen. Das lässt darauf schließen, dass demolierte Stellen nachträglich lackiert wurden. Um zu kontrollieren ob nachlackiert wurde, können Sie ganz einfach mit einem Schichtdickenmessgerät eventuelle Abweichungen erkennen. Die Normdicke der Originallackierung an Autos beträgt in der Regel 70 - 250 Mikrometer. Bei neueren Fahrzeugen kann diese sogar bis zu 400 Mikrometern betragen. Solche Werte gelten als akzeptabel und normal. Wenn sich die Abweichung der Autolackdichte auf ca. 200 Mikrometer beläuft, können Sie davon ausgehen, dass an diesen Stellen nachlackiert wurde. Bei diesem Punkt sollten Sie jedoch nicht zu streng sein. Wie erwähnt, haben die meisten Gebrauchtwagen Kratzer und äußere Schäden und sind dadurch nicht gleich ein Unfallwagen

Beim zweiten Blick sollten die Reifen genauer betrachtet werden. Dabei achtet man am besten auf das Verschleißbild. Wenn die Reifen ungleichmäßig abgefahren sind, kann das ein Beweis dafür sein, dass Reifen aufgrund eines Unfalls ausgetauscht wurden. Jedoch darf auch hier nicht gleich auf einen Unfall zurückgeschlossen werden. 

 

Ein weiterer Punkt der relativ eindeutig darüber Auskunft gibt, ob ein Wagen bereits in einen größeren Unfall verwickelt war, sind die Spaltmaße. Daher sollten die Spaltmaße zwischen der Motorhaube und den Scheinwerfern sowie der Kofferraumhaube und den Rückscheinwerfern überprüft werden. Ungleichmäßige Messergebnisse deuten darauf hin, dass Motor- oder Kofferraumhaube nach einem Unfall ausgewechselt wurden. 

 

Schäden im Kfz-Innenraum

Bei jedem Ankauf eines neuen Wagens sollte man unbedingt Probefahren um ein besseres Gefühl für den Wagen zu bekommen und nicht zu vergessen, um eventuelle Schäden festzustellen. Auffällig können stark abgenutzte Pedale und verschlissene Sitze sein.

 

Beim Fahren kann das Lenkverhalten ein Hinweis auf einen potentiellen Unfallschaden sein. Fährt man geradeaus, muss auch das Lenkrad geradestehen. Zieht das Auto bei der Geradeausfahrt nach rechts oder links, kann das ein Hinweis dafür sein, dass sich bei einem Unfall etwas verzogen hat. 

 

Verdeckte Schäden

 

Da oberflächliche Schäden schnell behoben werden können, sollte man zusätzlich einen Blick unter die Motorhaube und in den Kofferraum werfen. Unter der Teppichmatte können Beulen um die Reserveradmulde Indizien für eventuelle Unfallschäden sein. 

Bei einem Gebrauchtwagenkauf müssen Sie davon ausgehen, dass der Wagen nicht mehr top in Schuss ist. Lassen Sie sich daher alle wichtigen Fahrzeugdokumente, sowie Belege von Reparaturen geben. Gegebenenfalls können Sie durch den ADAC oder TÜV einen Gebrauchtwagencheck durchführen lassen, um nicht genannte Schäden aufzudecken. Das kostet circa 100 Euro, bietet jedoch eine gewisse Sicherheit. Im Notfall haben Sie bis zu 2 Wochen nach dem Ankauf Zeit, um vom Vertrag zurückzutreten.