Auto-Export - worauf muss geachtet werden?

Auto exportieren

Nach jahrelanger Nutzung eines Fahrzeuges haben viele Autobesitzer vor, Ihr altes Auto zu verkaufen. Das ist manchmal gar nicht so leicht wie gedacht. Käufer und Verkäufer haben oftmals nicht dieselben Ansichten, was die Preisvorstellung angeht. Der Verkäufer schätzt den Wert des PKWs meist zu hoch ein und so will hierzulande keiner mehr das Auto kaufen. Haben Sie sich mal überlegt Ihren PKW in ein anderes Land zu exportieren? Falls ja, gibt es dabei einiges zu beachten.

Der Export durch einen Exporthändler

Da es nicht nur seriöse Auto-Exporthändler auf dem deutschen Markt gibt und sich einige Schwarze Schafe darunter befinden, sollte bei der Wahl des Händlers Vorsicht geboten sein. Bestimmt hatten auch Sie schon eines dieser Kärtchen mit der Aufschrift "Wollen Sie Ihr Auto verkaufen" an der Windschutzscheibe klemmen. Gerade bei diesen Angeboten müssen Sie besonders achtsam sein. Solche Händler kaufen jede Art von Auto an: Autos mit hoher Kilometerleistung, mit Getriebe- oder Motorschaden, Unfallschäden die nicht reparabel sind oder Fahrzeuge bei denen bestimmte Teile noch weiter verwendet werden können. Dabei ist den Händlern oftmals egal, ob es zu den Fahrzeugen noch Papiere gibt. Hauptsache es passt auf das Schiff des Exporteurs. Worauf genau müssen Sie aber bei der Wahl eines Händlers achten? Wichtig ist, dass Sie im Voraus alle Mängel am Altauto dem Ankäufer mitteilen, um Nachverhandlungen zu vermeiden. Achten Sie auch immer auf die Rufnummer Ihres Händlers. Beginnt diese mit 0900 oder 0190 können Sie davon ausgehen, dass diese kostenpflichtig ist. Bei einem Telefonat bieten Ihnen viele unseriöse Händler eine attraktive Summe an. Trifft dieser Sie jedoch vor Ort an, geht er mit dem Preis deutlich runter. Erahnen Sie am Telefon bereits einen ausländischen Akzent könnte es passieren, dass der Händler den Kaufpreis nicht mit Geld, sondern mit Sachleistungen wie Schmuck oder Teppichen begleichen möchte. Da es sich bei einem Autoverkauf meist um größere Summen handelt, sollten Sie den Händler wenn möglich zur Abhebung und Einzahlung des Geldes begleiten. Dadurch vermeiden Sie, dass Falschgeld im Spiel ist. Um nicht über den Tisch gezogen zu werden, sollten Sie im Vorfeld Ihr Auto beim TÜV oder im Internet bewerten und den Restwert ermitteln lassen. Haben Sie bei der Verhandlung mit dem Exporteur sicherheitshalber einen Partner oder Zeugen dabei. Dadurch können Komplizen des angeblichen Händlers bei einer Besichtigung oder Probefahrt Ihr Haus oder Ihre Wohnung nicht leer räumen, sollten Sie gerade mit dem Händler beschäftigt sein. Die Abmeldung Ihres Fahrzeugs sollten Sie im Vorfeld vornehmen. Dies ist eine ganz wichtiger Punkt. Ist das Fahrzeug noch auf Ihren Namen angemeldet sind Sie bei einem Verkehrsunfall oder bei Menschen- oder Drogenhandel mitschuldig. Weisen Sie den Käufer während des Telefonats darauf hin ein Kennzeichen mitzubringen oder den Wagen abschleppen zu lassen. Kommt es schlussendlich zu einem Vertragsabschluss zwischen Ihnen und dem Auto-Exporthändler, machen Sie eine Kopie seines Ausweises und heften Sie diese an den Vertrag. Zusätzlich sollte der Vertrag einen Gewährleistungsausschuss und einen Hinweis auf einen Export beinhalten. Überreichen Sie die Schlüssel und Papiere erst dann, wenn Sie das Geld auf Ihrem Konto oder bar erhalten haben. Hierbei ist auch zu beachten, dass Sie keine Checks, Paypal-Zahlungen oder Ähnliches annehmen sollten. Wer weiß, ob Sie mit diesen Zahlungsmethoden wirklich zu Ihrem Geld kommen.

Gebrauchtwagen selbst exportieren

Vor dem Export Ihres Fahrzeugs müssen Sie es zur Ausfuhr anmelden. Diese wird nur dann vom Zollamt gewährt, wenn Sie einen Kaufvertrag und ein Ausfuhrkennzeichen vorlegen können. Um solch ein Kennzeichen zu erhalten, benötigen Sie einige Dokumente. Das sind die Zulassungsbescheinigung Teil I und II, sprich den Fahrzeugbrief und -schein, einen Reisepass oder Personalausweis und gegebenenfalls eine Vollmacht. Die Versicherungsdoppelkarte und die grüne Versicherungskarte dürfen auch nicht fehlen. Sofern Sie das Fahrzeug schon abgemeldet haben, wird die Abmelde- und Stillbescheinigung benötigt. Haben Sie Ihr altes Auto bereits stillgelegt, muss ein TÜV-Gutachten beigelegt werden. Ihre deutsche Bankverbindung und somit das SEPA-Mandat für die Kfz-Steuer ist ebenso hinzuzufügen. Zu guter Letzt müssen Sie eine Versicherung für den gesamten Export abgeschlossen und Ihr Fahrzeug einen gültigen TÜV haben. Zusätzlich zu den Kennzeichen ist ein internationaler Zulassungsschein für Umsatzsteuerzwecke notwenig. Haben Sie all diese Papiere zusammen, steht einem privaten Export nichts mehr im Wege. Kleiner Tipp: Überlegen Sie sich gut wie viel Aufwand Sie in einen Autoexport stecken möchten.